Goldauer Bergsturz von 1806
 
Fossilien
 
 
 
 
Unwetter 2005
 
 
 
 
Downloads
 
 


Als in Goldau Nashörner lebten
 

Fossilienfunde aus den Mergel- und Sandsteinschichten des Goldauer Bergsturzes sind bereits seit längerem bekannt. Entdeckt wurden versteinerte Fährten von Vögeln, Schildkröten und Säugetieren, die als Vertiefungen in Sandsteinschichten erhalten geblieben sind. Ebenfalls wurden versteinerte Blätter und Reste ganzer Baumstämme von Pflanzen gefunden, deren Verwandte heute noch in Nordamerika und Ostasien leben. Diese Pflanzen zeigen, dass zur Zeit der Unteren Süsswassermolasse bei uns ein warmes, subtropischen Klima geherrscht haben muss.

Die Fährtenplatte mit versteinerten Nashornspuren im Sandstein auf der rechten Plattenhälfte

Versteinerte Pflanzenblätter (Sammlung Schneider, ETH Zürich)

Die oben abgebildete Fährtenplatte wurde von Heinrich Bräm vor 50 Jahren zum ersten Mal beschrieben. Mittlerweilen sind die Sandsteinschichten auf der Fährtenplatte stark von Verfall betroffen. In einigen Jahren werden die Tierspuren deshalb wohl leider verschwunden sein.

Vor 25 Millionen Jahren lag Goldau auf einem flach geneigten Schuttfächer, der von einem lockeren Auenwald bewachsen wurde (vgl. > Geologie). Periodische Überflutungen und Geschiebefrachten aus den in Entstehung begriffenen Alpen haben im Laufe der Zeit die Nagelfluh-, Sandstein- und Mergelschichten abgelagert, die wir heute am Rossberg und an der Rigi beobachten können. Dabei wurden auch Pflanzenreste und Tierspuren im Schlamm eingeschlossen und sind auf diese Weise bis heute erhalten geblieben.

Die Fossilienfunde haben den wissenschaftlichen Zeichner Beat Scheffold zu einem Bild inspiriert, welches für den «Geologischen Rundweg durch das Goldauer Bergsturzgebiet» im Natur- und Tierpark Goldau angefertigt wurde. Es zeigt wie die Gegend von Goldau vor rund 25 Mio. Jahren ausgesehen haben könnte.


Weiterführende Literatur:

Bräm H., 1954: Fährten von Wirbeltieren aus der subalpinen Molasse des Bergsturzgebietes von Goldau. – Eclogae geologicae Helvetiae 47(2), 406–417.

Furrer H., Gubler T., Hochuli P.A. & Stössel I. 2002: Goldau vor 25 Millionen Jahren. Rekonstruktion nach fossilen Tierspuren und Pflanzenresten aus der Unteren Süsswassermolasse (spätes Oligozän) des Bergsturzgebietes von Goldau (Kanton Schwyz). – Schweizer Strahler 14(3), 6–9, 29–31.

© 1.1.2007